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Lohnfortzahlung für betroffene Eltern wird verlängert

Mittwoch, 20.05.2020

Die Bundesregierung will Eltern finanziell unterstützen, die sich in der Corona Krise zu Hause um ihre Kinder kümmern müssen. Sie sollen nun bis zu 20 Wochen Lohnersatz erhalten. Darauf habe sich die große Koalition verständigt und dazu wurde heute im Kabinett ein Beschluss gefasst, so die Familienministerin Franziska Giffey (SPD).

Kinderbetreuung in Corona-Zeit – Eltern erhalten Entschädigung

Seit dem 30. März 2020 haben Eltern, die Kinder unter 12 Jahren während der Corona-Krise wegen geschlossener Schulen und Kitas zu Hause betreuen müssen und nicht arbeiten können, einen Anspruch auf Lohnersatzleistung. Bisher erhalten Eltern für maximal sechs Wochen 67 Prozent des Nettoeinkommens als Entschädigung, höchstens aber 2.016,00 EUR. Der Arbeitgeber zahlt das Geld aus und kann es sich von der zuständigen Behörde erstatten lassen.

Bis zu 20 Wochen Lohnersatz für Eltern

Da Schulen und Kitas weiterhin für eine noch nicht absehbare Zeit geschlossen bleiben werden, wurde über eine Verlängerung der Lohnfortzahlung diskutiert. Die Bundesregierung sprach sich dafür aus, die Entschädigungsregelung bei Verdienstausfall auszuweiten. Der entsprechende Änderungsantrag aus dem Gesundheitsministerium ist am Mittwoch, den 20. Mai 2020 vom Kabinett beschlossen worden. Der Staat zahlt nun Eltern künftig länger als bisher Lohnersatz, wenn sie wegen Kita- oder Schulschließungen nicht arbeiten können. Die Lohnfortzahlung werde für Mütter und Väter auf jeweils bis zu 10 Wochen ausgedehnt. Für Alleinerziehende, die wegen der Pandemie die Kinderbetreuung übernehmen müssen und nicht zur Arbeit gehen können, werde sie auf bis zu 20 Wochen verlängert, so die Familienministerin.

Gesundheitsminister Jens Spahn führte zur Begründung der notwendigen Verlängerung der Lohnfortzahlung aus: „Berufstätige Eltern tragen derzeit eine große Last. Solange Kindergärten und Schulen nicht wieder verlässlich für alle geöffnet sind, brauchen hier viele unsere besondere Unterstützung“.

Forderung nach Komplettöffnung von Schulen und Kitas

Unterdessen werden auch die Rufe nach einer schnelleren Öffnung von Schulen und Kitas immer deutlicher. Zwar öffnen Kitas und vor allem Schulen wieder schrittweise, der Betrieb bleibt aber weiterhin sehr eingeschränkt. Die Notbetreuung reicht längstens nicht für alle Kinder. Mehrere Medizinverbände, darunter der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, hatten sich in einer gemeinsamen Stellungnahme für eine umgehende Komplettöffnung von Kindergärten und Schulen ausgesprochen.