Die Gleichberechtigung von Frauen in der Arbeitswelt
Am Wochenende war Weltfrauentag, ein internationaler Aktionstag für Gleichberechtigung, Frauenrechte und gesellschaftliche Teilhabe. Jährlich wird dieser Tag am 8. März begangen, in Berlin sogar als gesetzlicher Feiertag. Doch die Arbeit für Gleichberechtigung, Frauenrechte und gesellschaftliche Teilhabe hört nicht mit diesem Tag auf. Das spiegelt auch der Equal Pay Day, der am 27. Februar 2026 stattfand, wider. Die Statistiken zeigen: Frauen sind arbeitsrechtlich weiterhin nicht gleichauf mit Männern.

Good News: Die Gleichberechtigung der Frau wird ins Scheinwerferlicht gestellt
Die Gleichberechtigung der Frau erhält an diesen Tagen eine zentrale Rolle. Zu lange hat diese ein Schattendasein geführt, sodass es wichtig und richtig ist, durch einen eigenen Tag darauf aufmerksam zu machen, dass Frauen ein Recht auf Gleichberechtigung haben und dies nicht selbstverständlich ist.
Ein Blick in die arbeitsrechtliche Entwicklung in Deutschland zeigt, dass für die Gleichberechtigung schon einiges passiert.
So hat das BAG 2025 entschieden, dass Männer und Frauen bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit Anspruch auf gleiches Entgelt haben. Klagt eine Arbeitnehmerin auf gleiches Entgelt für gleiche oder gleichwertige Arbeit wie die eines Kollegen, begründet der Umstand, dass ihr Entgelt geringer ist als das eines männlichen Kollegen, der die gleiche oder gleichwertige Arbeit verrichtet, regelmäßig die Vermutung, dass diese Benachteiligung wegen des Geschlechts erfolgt ist. Können Arbeitgeber:innen die aus einem solchen Paarvergleich folgende Vermutung einer Benachteiligung wegen des Geschlechts nicht widerlegen, sind sie zur Zahlung des Entgelts verpflichtet, das sie der Vergleichsperson gezahlt haben (Urteil vom 23. Oktober 2025 – 8 AZR 300/24).
Im Juni 2026 tritt das neue Entgelttransparenzgesetz in Kraft, das die EU-Entgelttransparenzrichtlinie umsetzt. Diese will Entgeltgleichheit für Männer und Frauen („Equal Pay“) bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit herstellen.
Viele Regelungen wie z.B. das Mutterschutzgesetz sorgen schon jetzt dafür, dass Frauen nicht allein aufgrund ihres Geschlechts eine Schlechterstellung in der Arbeitswelt erfahren.
Es hat sich also schon etwas bewegt, um die Gleichberechtigung von Frauen zu erreichen.
Bad News: Es gibt noch viel zu tun
So positiv die Nachricht ist, dass die Gleichberechtigung der Frau international gefeiert wird und es viele Bestrebungen gibt, die Gleichberechtigung weiter voranzutreiben, so bleibt dennoch noch einiges zu tun, damit Frauen im Vergleich zu Männern gleichgestellt sind. Das Wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Institut der Hans-Böckler-Stiftung stellt in den aktuellen Studien zum Stand der Gleichstellung (https://www.boeckler.de/data/pm_wsi_2026_02_24.pdf) fest:
- Mütter sind seltener erwerbstätig und stärker belastet. Väter sind in Deutschland deutlich häufiger erwerbstätig als Mütter. Das hat zur Folge, dass Frauen bei der Erwerbsbeteiligung ca. 7 – 8 % hinter den Männern liegen. Frauen arbeiten häufiger in Teilzeit. Der Abstand zwischen den durchschnittlichen Erwerbsarbeitszeiten von Frauen und Männern liegt bei 7,5 Stunden pro Woche. Männer arbeiten also durchschnittlich 7,5 Stunden pro Woche mehr als Frauen. Dieser Unterschied ist vor allem auf den höheren Anteil teilzeitarbeitender Frauen zurückzuführen. So arbeitet fast jede zweite erwerbstätige Frau weniger als 32 Stunden pro Woche, hingegen nur jeder achte Mann. Dass beide Partner in Vollzeit arbeiten, ist eher bei kinderlosen Paaren das dominierende Erwerbsmodell. Sind Kinder im Spiel, so leben rund 72 % aller Ehepaare das klassische Modell des männlichen Alleinverdieners oder zumindest des männlichen Mehrverdieners.
- Frauen leisten mehr Sorgearbeit. Väter und Mütter haben durchschnittlich eine Gesamtarbeitszeit von jeweils 60 Stunden pro Woche. Bei Müttern machen dabei 60 % dieser 60 Stunden die unbezahlte Haus- und Sorgearbeit (sog. Care-Arbeit) aus und nur 40 % die bezahlte Erwerbsarbeit. Bei Vätern ist dies genau umgekehrt. Täglich leisten Frauen rund 76 % mehr Sorgearbeit als Männer.
- Männer nehmen seltener und kürzer Elternzeit. Männer und Frauen erhalten noch immer nicht das gleiche Gehalt. Der Equal Pay Day hat gezeigt, dass Frauen noch immer durchschnittlich 16% (unbereinigt) weniger verdienen als Männer. Der durchschnittliche Stundenlohn von Frauen liegt mit EUR 22,81 um rund EUR 4,24 unter dem von Männern (EUR 27,05). Die Gender Pay Gap bleibt damit im Vergleich zum Vorjahr also unverändert. Wichtig ist auch, dass Deutschland damit über dem EU-Durchschnitt von 12 % liegt.
Frauen erreichen immer mehr bei der Gleichberechtigung. Doch es bleiben offene Themen, über die geredet werden müssen und die einer Veränderung bedürfen. Auch in Zukunft ist es daher wichtig, die Gleichberechtigung der Frau weiter zu stärken. Das gilt nicht nur am Weltfrauentag, sondern auch an allen anderen Tagen im Jahr.


