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Muster und Vorlagen

Abrufarbeitsvertrag

Muster für einen Abrufarbeitsvertrag

Der Abrufarbeitsvertrag ermöglicht eine Flexibilisierung der Arbeitszeit. Er ist im Teilzeit- und Befristungsgesetz geregelt. Abrufarbeit bedeutet, dass die konkrete Dauer der Arbeitszeit nicht festgelegt ist, sondern vom Arbeitgeber bei Bedarf „abgerufen“ werden kann. Die Abrufarbeit ist zum Schutze der Arbeitnehmer nur unter bestimmten Rahmenbedingungen möglich.

Für genauere Auskünfte zur Flexibilisierung der Arbeitszeit rufen Sie an.


Abrufarbeitsvertrag

Obwohl aus Gründen der Lesbarkeit im Text die männliche Form gewählt wurde, beziehen sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter.

Zwischen
(Name, Anschrift)
– im Folgenden Arbeitgeber genannt –

und
(Name, Anschrift)
– im Folgenden Arbeitnehmer genannt –

wird ein Teilzeitarbeitsverhältnis mit dem Recht zum Abruf der Arbeitsleistung durch den Arbeitgeber mit den nachfolgenden Vertragsbedingungen geschlossen:

1. Aufgaben und Beginn des Arbeitsverhältnisses
(1) Der Arbeitnehmer übernimmt mit Wirkung vom ……………………… als Abrufarbeitnehmer die Tätigkeit eines ………………………………. .
(2) Der Arbeitnehmer verpflichtet sich, auch andere zumutbare gleichwertige Arbeiten auszuführen, die seinen Vorkenntnissen und Fähigkeiten entsprechen und nicht mit einer Lohnminderung verbunden sind.

2. Probezeit
Die ersten drei Monate werden als Probezeit vereinbart. Während der Probezeit kann das Arbeitsverhältnis mit einer Frist von zwei Wochen gekündigt werden.

3. Arbeitszeit
(1) Der Arbeitnehmer erbringt seine Arbeitsleistung entsprechend dem Arbeitsanfall. Die Erbringung der Arbeitsleistung erfolgt auf Abruf des Arbeitgebers. Der Arbeitgeber entscheidet darüber, wann und in welchem Umfang der Arbeitsanfall den Einsatz des Arbeitnehmers erforderlich macht. Der Arbeitnehmer kann seine Arbeitsleistung nur nach Abruf durch den Arbeitgeber erbringen.

(2) Die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit beträgt mindestens … Stunden. Der Arbeitnehmer verpflichtet sich, auf Abruf des Arbeitgebers bis zu … Stunden wöchentlich zu arbeiten. Ein Anspruch des Arbeitnehmers auf die erhöhte Arbeitszeit entsteht auch nach mehrmaligem Abruf nicht. Die Verpflichtung des Arbeitnehmers zur Ableistung von Überstunden gemäß nachstehender Regelung bleibt im Übrigen unberührt.

(3) Der Arbeitgeber bestimmt Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit und an welchen Tagen der Arbeitnehmer seine Arbeitsleistung zu erbringen hat. Er wird dem Arbeitnehmer seinen Arbeitseinsatz, d.h. dessen Beginn und voraussichtliche Dauer, jeweils mindestens vier Tage im Voraus mitteilen. Die Bestimmung des Arbeitseinsatzes kann telefonisch, mündlich oder in anderer geeigneter Weise erfolgen. Der Arbeitgeber bestimmt die Lage der Pausen.

(4) Ruft der Arbeitgeber die Arbeitsleistung ab, beträgt die Einsatzdauer jeweils mindestens drei aufeinander folgende Stunden. Im Übrigen liegt die Verteilung der Arbeitszeit im freien Ermessen des Arbeitgebers.

(5) Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, sofern betriebliche Belange dies erfordern, Überstunden (einschließlich Samstags-, Sonn- und Feiertagsarbeit) zu leisten.

4. Vergütung
(1) Der Arbeitnehmer erhält als Vergütung für seine Tätigkeit ein Brutto-Monatsgehalt von ……………….  EUR (in Worten: Euro ……………………), zahlbar auf Basis der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit nach Ziffer 3 bargeldlos jeweils zum Monatsende.

(2) Für Arbeitsstunden, die der Arbeitgeber nach Ziffer 3 dieses Vertrages zusätzlich zur regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit abgerufen hat, erhält der Arbeitnehmer eine Vergütung in Höhe von ……………….  EUR (in Worten: Euro ……………………) pro Stunde.

(3) Die Zahlung von etwaigen Boni, Gratifikationen oder ähnlichen Sonderleistungen erfolgt freiwillig mit der Maßgabe, dass auch durch eine wiederholte Zahlung kein Rechtsanspruch des Arbeitnehmers – weder dem Grund noch der Höhe nach, weder für die Vergangenheit noch für die Zukunft – begründet wird.

5. Abwesenheit / Krankheit
(1) Der Arbeitnehmer hat in jedem Fall einer unvorhergesehenen Abwesenheit den Arbeitgeber unverzüglich hierüber sowie über den Grund und die Dauer seiner voraussichtlichen Abwesenheit zu informieren. Dies gilt auch dann, wenn der Arbeitgeber die persönliche Arbeitszeit des Arbeitnehmers noch nicht festgelegt und eine Arbeitsleistung noch nicht abgerufen hat.

(2) Dauert eine Arbeitsunfähigkeit aufgrund Krankheit oder Unfall länger als drei Kalendertage, hat der Arbeitnehmer eine ärztliche Bescheinigung über das Bestehen der Arbeitsunfähigkeit sowie deren voraussichtliche Dauer spätestens an dem auf den dritten Kalendertag folgenden Arbeitstag vorzulegen. Der Arbeitgeber ist berechtigt, die Vorlage der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung früher zu verlangen.

6. Urlaub
Der Arbeitnehmer hat einen Urlaubsanspruch von ..… Arbeitstagen pro Kalenderjahr. Bei der Festlegung von Zeitpunkt und Dauer des Urlaubs werden die betrieblichen Interessen und Bedürfnisse angemessen berücksichtigt. Der Arbeitnehmer hat den Arbeitgeber rechtzeitig über seine Urlaubspläne zu informieren, auch wenn der Arbeitgeber die persönliche Arbeitszeit des Arbeitnehmers noch nicht festgelegt hat.

7. Nebentätigkeiten
Jedwede weitere entgeltliche Tätigkeit bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung des Arbeitgebers. Der Arbeitnehmer hat die beabsichtigte Tätigkeit dem Arbeitgeber schriftlich unter Angabe von Art, Ort und Dauer anzuzeigen. Der Arbeitgeber wird seine Zustimmung nur verweigern, wenn die Interessen des Arbeitgebers beeinträchtigt sind.

8. Kündigung
Nach Ablauf der Probezeit gelten die gesetzlichen Kündigungsfristen. Die Kündigung bedarf der Schriftform.

9. Ausschlussfristen
(1) Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis verfallen, wenn sie nicht innerhalb einer Ausschlussfrist von drei Monaten von dem Arbeitnehmer oder dem Arbeitgeber in Textform geltend gemacht werden. Die Versäumung dieser Frist führt zu einem Verlust des Anspruches.

(2) Die Ausschlussfrist beginnt, wenn der Anspruch entstanden und fällig ist und der Anspruchsberechtigte von den anspruchsbegründenden Umständen Kenntnis erlangen konnte oder ohne grobe Fahrlässigkeit hätte erlangen können.

(3) Lehnt die andere Vertragspartei den Anspruch ab oder erklärt sie sich nicht innerhalb von drei Wochen nach Geltendmachung des Anspruchs, verfällt dieser, wenn er nicht innerhalb von weiteren drei Monaten nach der Ablehnung oder dem Fristablauf gerichtlich geltend gemacht wird. Die Ausschlussfrist gilt auch für Ansprüche, die mit dem Arbeitsverhältnis im Zusammenhang stehen.

(4) Diese Ausschlussfrist gilt nicht bei Ansprüchen wegen der Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit sowie bei vorsätzlichen Ansprüchen. Die Ausschlussfrist umfasst ebenso wenig den Anspruch auf Mindestlohn oder andere Ansprüche, auf die gesetzlich nicht verzichtet werden kann.

10. Schlussbestimmungen
(1) Dieser Arbeitsvertrag ersetzt alle eventuell vorherigen Vereinbarungen zwischen den Parteien über das Arbeitsverhältnis. Mündliche Nebenabreden bestehen nicht. Änderungen oder Ergänzungen dieses Arbeitsvertrages einschließlich dieser Bestimmung bedürfen zu ihrer Wirksamkeit der Schriftform, es sei denn, diese wurden nachweislich zwischen den Parteien ausgehandelt. Das Schriftformerfordernis bezieht sich auch auf etwaige Ansprüche aus betrieblicher Übung.

(2) Sollte eine Bestimmung dieses Arbeitsvertrages ganz oder teilweise unwirksam sein oder werden, wird hiervon die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen dieses Arbeitsvertrages nicht berührt. An die Stelle der unwirksamen Bestimmung tritt die gesetzlich zulässige Bestimmung, die dem mit der unwirksamen Bestimmung Gewollten wirtschaftlich am nächsten kommt. Dasselbe gilt für den Fall einer vertraglichen Lücke.

(3) Der Arbeitnehmer hat eine Ausfertigung dieses Arbeitsvertrages erhalten.

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(Ort, Datum Unterschrift Arbeitgeber)

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(Ort, Datum Unterschrift Arbeitnehmer)

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